Hornburg, Lupold
- Lebensdaten
- erwähnt 1347 oder 1348 , gestorben Mitte 14. Jahrhundert
- Beruf/Funktion
- Verfasser von Reimreden ; Schriftsteller
- Konfession
- katholisch
- Normdaten
- GND: 118979027 | OGND | VIAF: 3270965
- Namensvarianten
-
- Hornburg, Leopold
- Hornburg, Lupold
- Hornburg, Leopold
- Hornburg von Rotenburg, Lupold
- Hornburg von Rothenburg, Lupold
- Hornburg, Lupoldus de
- Leopold, Hornburg
- Léopold, de Rotenburg
- Lupold, Hornburg
- Lupoldus, de Hornburg
- Luppolt, Knappe
- Luppolt, Langer
- Luppolt, der Reuhe Lange
- Rothenburg, Lupold Hornburg von
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Hornburg, Lupold
Verfasser von Reimreden, Mitte 14. Jahrhundert, aus Rothenburg/Tauber.
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Biographie
Sichere Nachrichten über H.s Leben fehlen fast ganz. Aufgrund von Überschriften und Subskriptionen zu seinen Gedichten steht wenigstens fest, daß er aus Rothenburg stammt. Da er sich mit „Knappe“ anreden läßt, war er offenbar Laie.
H.s Gedichte sind nur in der Würzburger Handschrift Michaels de Leone (um 1350) bewahrt und vielleicht während eines Würzburger Aufenthalts entstanden. Darauf deutet vor allem, daß die Vorlage für die Allegorie „Des Reiches Klage“, Otto Baldemanns ostfränk. Fassung (1341) des „Ritmaticum“ von →Lupold von Bebenburg, ebenfalls bloß durch Michael bekannt ist. H.s Bearbeitung, zum Vortrag auf der Passauer Fürstenversammlung (1348) bestimmt, fordert Karl IV. auf, die zerstörte Reichsehre wiederherzustellen. Gegen Korruption und Ketzerei unter seiner Regierung wenden sich die „Landpredigt“ und „Der Zunge Streit“. Auch in der Klage um Konrad III. von Schlüsselberg († 1347), die schon einen ganz ähnlichen Aufbau zeigt wie Suchenwirts Ehrenreden, fehlt die Zeitkritik nicht. So bilden die vier Reimreden H.s bei aller formalen Vielfalt thematisch eine geschlossene Gruppe. Ihnen stellt sich noch ein Lobgedicht „Von allen Singern“ zur Seite; die drei Strophen im langen Ton des Marners führen die Tradition der Dichterkataloge fort und bieten zugleich den frühesten Beleg für eine Zwölferliste alter Meister, wie sie später zum festen Bestand der meistersingerischen Schulkünste wird.
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Werke
Ausg. u. Kommentar: C. H. Bell u. E. G. Gudde, The Poems of L. H., 1945 (L).
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Literatur
ADB 13;
J. Ch. Wibel, Cod. Diplomaticus Hohenlohicus, 1753, S. 227;
K. Weller, Hohenlohisches UB I, 1899, Nr. 693;
K. Zwierzina, L. H.s Gedichte, in: Festschr. d. k. k. Erzhzg. Rainer-Real-Gymnasiums, Wien 1914, S. 115-36;
E. Valli, Unterss. üb. L. H.s Gedichte, in: Neuphilol. Mitt. 59, 1958;
K. Ulshöfer, Gesch. d. Klosters Schäftersheim, Diss. Tübingen 1963, S. 66;
Vf.-Lex. d. MA II, V. -
Autor/in
Gisela Kornrumpf -
Zitierweise
Kornrumpf, Gisela, "Hornburg, Lupold" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 635 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118979027.html#ndbcontent
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Hornburg, Leopold
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Biographie
Hornburg: Leopold H., Dichter, aus Rotenburg an der Tauber gebürtig, lebte von Anfang bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts. Seine Dichtungen sind allein in der Würzburger Handschrift (in München) erhalten. Er verfaßte ein Lobgedicht auf die zwölf alten Meister im langen Tone Marners; ferner eine Landpredigt von der Welt Kummer und Noth; ein anderes auf die politischen Verhältnisse unter Heinrich VII., dessen Vergiftung er beklagt; ein andres klagt|über den Tod Konrad's von Schlüsselburg, den letzten seines Stammes, den vor Neideck ein Schleuderstein traf. Endlich „Der Zungenstreit“, ein Gedicht, welches Otto Waldeman, Pfarrer in Ostheim bei Aschaffenburg, angefangen hatte und Leopold vollendete, darin wird der falsche Waldemar (1348) erwähnt.
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Literatur
Vgl. Docen im altdeutschen Museum 2, 18 ff. und Hagen's Minnesänger 4, 881 s.
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Autor/in
K. Bartsch. -
Zitierweise
Bartsch, Karl, "Hornburg, Lupold" in: Allgemeine Deutsche Biographie 13 (1881), S. 147-148 unter Hornburg, Leopold [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118979027.html#adbcontent