Ohly, Dieter
- Lebensdaten
- 1911 – 1979
- Geburtsort
- Berlin
- Sterbeort
- München
- Beruf/Funktion
- Archäologe ; Archäologe ; Museumsdirektor
- Konfession
- evangelisch
- Normdaten
- GND: 117755346 | OGND | VIAF: 14897336
- Namensvarianten
-
- Ohly, Dieter
- Ohly, Diether
Vernetzte Angebote
- Katalog des Bibliotheksverbundes Bayern (BVB)
- Deutsche Digitale Bibliothek
- Normdateneintrag des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB)
- Österreichischer Bibliothekenverbund (OBV)
- Gemeinsamer Verbundkatalog (GBV)
- * Literaturnachweis in der Neuen Deutschen Biographie (NDB)
- * Werknachweis in der Neuen Deutschen Biographie (NDB)
- Index Theologicus (IxTheo)
- Scholars at the Institute for Advanced Studies (IAS, Princeton) [2014-]
Verknüpfungen
Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel
Orte
Symbole auf der Karte
Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.
-
Ohly, Dieter
Archäologe, * 6.10.1911 Berlin, † 19.6.1979 München. (evangelisch)
-
Genealogie
V →Richard (1862–1937), Kaufm., 1882-1914 in China u. Japan tätig, dann b. Hoffmann-Laroche in Basel, S d. →Julius (1825–92), Seidenfabr. in Mailand, u. d. Laura Forder (1833–1920);
M →Christiane Margarete (1880–1972), Lehrerin, 1905-20 Leiterin d. dt. Schule in Yokohama, T d. Gymnasialdir. Dr. Paul Grautoff u. d. Maria Voigt (1837–99);
⚭ 1) Starnberg 1945 →Ilse Hubert-Neumeister (1922–97), 2) München 1970 Martha Dumm (* 1927), Archäologin;
3 S aus 1);
3 S, u. a. →Michael (* 1946), →Jörg (* 1948), beide Dr. med., Ärzte. -
Biographie
O. verbrachte, bedingt durch den Ausbruch des 1. Weltkriegs, seine Kindheit bis 1920 bei der Mutter in Japan, besuchte 1928-32 in Schulpforta das Gymnasium und studierte 1932-39 anschließend klassische Archäologie in Königsberg, Neapel und München, wo er 1939 bei →Ernst Buschor aufgrund einer Dissertation über „Frühe Tonfiguren aus dem Heraion von Samos“ promoviert wurde. Durch seinen Vetter →Robert Boehringer (1884–1974) hatte er enge Beziehungen zum George-Kreis. Von →Buschor, bei dessen Grabungen in Samos er 1937/38 mitarbeitete, wurde O. entscheidend beeinflußt. Er nahm am 2. Weltkrieg teil und war zeitweise als Übersetzer tätig. 1949-54 war O. Konservator am Museum für Abgüsse klassischer Bildwerke in München. 1953 wurde er mit einer Arbeit über „Griech. Goldbleche des 8. Jh. v. Chr.“ habilitiert. 1954-61 arbeitete er als 2. Direktor am Deutschen Archäologischen Institut in Athen. In Griechenland stellten sich ihm zum ersten Mal die Aufgaben, die seinen weiteren Lebensweg bestimmen sollten. In Samos richtete er die Museen von Vathy und Tigani ein, in Athen, wo er seit 1956 die deutschen Ausgrabungen leitete, das Museum am Kerameikos. 1962 übernahm er als Nachfolger von →Hans Diepolder (1896–1969) die Leitung der Staatl. Antikensammlungen und Glyptothek in München, wo er zunächst den Wiederaufbau der weitgehend zerstörten Gebäude und die Einrichtung der beiden Museen am Königsplatz organisierte. 1967 konnte O. die Antikensammlungen eröffnen (Architekt: Johannes Ludwig), 1972 die Glyptothek (Architekt: Josef Wiedemann), deren glückliche architektonische Gestaltung und ästhetische Aufstellung der Skulpturen noch heute als vorbildlich gilt. Von den Münchener Antiken ließ O. die barocken bzw. klassizistischen Ergänzungen abnehmen. Dies erlaubte ihm, die Giebelfiguren des Aphaiatempels von Ägina nach den neuen archäologischen Erkenntnissen in ihrer ursprünglichen Konzeption neu aufzustellen. Ihrer Erforschung widmete er sich vor allem und nahm deshalb 1964 erneut die Grabungen in Ägina auf. Von einer auf drei Bände angelegten Publikation der „Ägineten“ (1976) konnte er jedoch bis zu seinem Tode nur den ersten fertigstellen. 1968 erfolgte seine Ernennung zum apl. Professor für Klassische Archäologie an der Univ. München. 1973/74 war er Gastprofessor in Princeton. Für den Museumsgestalter und Archäologen O. stand die optimale Präsentation und Interpretation des Kunstwerks im Mittelpunkt seines wissenschaftlichen Interesses. Die Präsentationsprinzipien der Münchener Sammlungen wurden auch für andere Museen, z. B. Basel, übernommen.|
-
Auszeichnungen
Bayer. Verdienstorden (1973).
-
Werke
u. a. Antikenslgg. München, 1967;
Führer z. Glyptothek u. zu d. Antikenslgg. München, 1967, ⁴1986 (engl. 1986);
Glyptothek München, 1972, ⁷1992 (engl. 1976, ²1992);
Tempel u. Heiligtum d. Aphaia auf Ägina, 1974, ⁵1996;
zahlr. Btrr. u. a. in: Athen. Mitt. d. DAI. -
Literatur
FAZ v. 25.6.1979 u. 14.2.1980;
SZ v. 25.6.1979 (P);
NZZ v. 30.6.1979;
Erinnerung an D. O., Jahresgabe 1980 d. Ver. d. Freunde u. Förderer d. Glyptothek (darin Btrr. v. G. Tacke, K. Vierneisel u. K. Schefold; W-Verz., P);
M. Maaß, in: R. Lullies u. W. Schiering (Hg.), Archäologenbildnisse, 1988, S. 311 f. (P). -
Autor/in
Raimund Wünsche -
Zitierweise
Wünsche, Raimund, "Ohly, Dieter" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 488 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117755346.html#ndbcontent