Menzingen, von
- Lebensdaten
- unbekannt
- Beruf/Funktion
- Reichsritter
- Konfession
- mehrkonfessionell
- Normdaten
- GND: 137420005 | OGND | VIAF: 81613980
- Namensvarianten
-
- Mentzingen, von
- Menzingen, von
- Mentzingen, von
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Men(t)zingen, von
Reichsritter.
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Biographie
Die kraichgauische niederadelige Familie, benannt nach dem Dorf Menzingen, war wappen- und vermutlich stammesgleich mit den Göler von Ravensburg und Helmstatt. Katzenelnbogische Ministeriale, standen sie auch in württ. und kurpfälz. Diensten. Mit Ida ist die Familie 1216 erstmals erwähnt; die Stammreihe beginnt mit Raban 1256. Stefan (hingerichtet 1525, s. u.) spielte eine Rolle während der Bauernunruhen im Rothenburger Land. Eine starke Herrschaftskonsolidierung im Kraichgau ging vor allem von den Brüdern →Erasmus († 1535), kurpfälz. Rat und Burggraf von Starkenburg, und →Peter († 1565) aus, der 1546 eine Dorfordnung für Menzingen erließ. Peter schloß sich der Reformation an und förderte David Chyträus, dessen Vater Matthias Kochhaf 30 Jahre Pfarrer in Menzingen war. Sein fähiger Sohn →Bernhard (1553–1628) hatte erheblichen Anteil an der organisatorischen Konsolidierung des Ritterkantons Kraichgau und war als entschiedener Lutheraner ein erbitterter Gegner der kurpfälz. Mediatisierungs- und reformierten Konfessionalisierungspolitik gegenüber dem Adel; unter ihm begannen zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges die lang andauernden Auseinandersetzungen mit dem Dorf Menzingen. Der Sohn →Johann Bernhard (1587–1659) spielte als kgl. schwed. Rat im Heilbronner Bund von 1633 eine wichtige Rolle und hatte maßgeblichen Anteil an der Neukonsolidierung der Kraichgauritterschaft zu Ende des Dreißigjährigen Krieges, deren Direktor er schließlich wurde. Die Söhne →Maximilian (1635–1708) und →Benjamin (1641–1723) hatten als Generalfeldmarschall bzw. Hofmeister herausragende Stellungen in württ. Diensten inne. 1721 wurde das ev. Kraichgauer Damenstift in Pforzheim von Gottfried und seiner Frau gegründet. Die Gattin des Johann Reinhard, →Marianna Elisabeth (1693–1740), Tochter des kaiserl. Generalfeldmarschalls Eberhard Friedrich Frhr. v. Neipperg und Schwester des Wiener Hofkriegsratspräsidenten Wilhelm Reinhard Gf. Neipperg, war Obersthofmeisterin der Herzogin von Württemberg und eine Schlüsselfigur der ev. Partei am Stuttgarter Hof. Sie stützte die Opposition gegen die kath. Herzoginwitwe Maria Augusta und half, deren und Friedrich Karl v. Schönborns Vormundschaft über den unmündigen Hzg. →Karl Eugen zu verhindern.
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Literatur
O. Becker, Der Kraichgau u. seine Bewohner, 1908;
H. Rott, Die Kunstdenkmäler d. Bez. Bretten (Kr. Karlsruhe), 1913;
G. Bienwald, Menzingen, 1970;
V. Press, Die Ritterschaft im Kraichgau zw. Reich u. Territorium 1500-1623, in: ZGORh 121, 1974, S. 35-98. -
Autor/in
Volker Press -
Familienmitglieder
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Zitierweise
Press, Volker, "Menzingen, von" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 110 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137420005.html#ndbcontent