Lewald, Theodor
- Lebensdaten
- 1860 – 1947
- Geburtsort
- Berlin
- Sterbeort
- Berlin
- Beruf/Funktion
- Sportführer ; Staatssekretär ; Präsident des deutschen Olympischen Komitees ; Jurist ; Reichskommissar ; Staatssekretär ; Unterstaatssekretär ; Beamter ; Sportpädagoge
- Konfession
- evangelisch
- Normdaten
- GND: 118572415 | OGND | VIAF: 67257577
- Namensvarianten
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- Lewald, Theodor
- Lewald
- Lewald, Th.
Vernetzte Angebote
- * Antragsstellende der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft/Deutschen Forschungsgemeinschaft (GEPRIS Historisch – Forschungsförderung von 1920 bis 1945) [2021]
- * Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik online [2006-2007]
- * Neue Deutsche Biographie (NDB) [1985] Autor/in: Ueberhorst, Horst (1985)
- Katalog des Bibliotheksverbundes Bayern (BVB)
- Deutsche Digitale Bibliothek
- Normdateneintrag des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB)
- Österreichischer Bibliothekenverbund (OBV)
- Gemeinsamer Verbundkatalog (GBV)
- * Literaturnachweis in der Neuen Deutschen Biographie (NDB)
- * Bibliothek des Instituts für Zeitgeschichte München - Berlin
- Personen im Fachinformationsdienst Darstellende Kunst
- * Jahresberichte für deutsche Geschichte - Online
Verknüpfungen
Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel
- NDB 1 (1953), S. 221* (Althaus, Theodor)
- NDB 4 (1959), S. 96*
- NDB 11 (1977), S. 555* (Kestner, Otto)
- NDB 14 (1985), S. 408 (Lewald, August)
- NDB 14 (1985), S. 409 (Lewald, Fanny)
- NDB 15 (1987), S. XVI Korrektur
- NDB 23 (2007), S. 166 in Artikel Schmidt-Ott, Friedrich (Schmidt-Ott, Friedrich Gustav Adolf Eduard Ludwig)
Orte
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Lewald, Theodor
Sportführer, * 18.8.1860 Berlin, † 17.4.1947 Berlin. (evangelisch)
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Genealogie
V →Otto (1813–74), Rechtsanwalt, Justizrat in B., Verteidiger im Polenprozeß 1848, S d. David Markus (s. Gen. 2);
M Elisabeth (1825–84), T d. →Georg Friedrich Althaus (1790–1863), Gen.sup. in Detmold, u. d. Julie Auguste Christine Dräseke;
Ur-Gvm Bernhard Dräseke (1774-1849), ev. Theol. (s. NDB IV);
Om →Theodor Althaus († 1852), pol. Schriftsteller (s. NDB I);
Tante-v →Fanny (s. 2);
Schw Martha (⚭ →Julius Cohnheim, 1839–84, Prof. d. Pathol., s. NDB XI*); - ledig;
N Otto Cohnheim, seit ca. 1916 →Kestner († 1953), Physiologe (s. NDB XI). -
Biographie
L. studierte seit 1878 in Heidelberg, Leipzig und Berlin Rechtswissenschaft. Nach Staatsexamen und Promotion (1882) sowie Militärzeit trat er 1885 in den preuß. Verwaltungsdienst ein, wurde 1894 Regierungsrat im Reichsamt des Innern, war 1904 Reichskommissar für die Weltausstellung in St. Louis, wurde 1910 Ministerialdirektor, 1917 Unterstaatssekretär und 1919 Staatssekretär im Reichsministerium des Innern. 1921 schied L. aus dem Staatsdienst aus, war aber bis 1927 noch wiederholt an Verhandlungen mit Polen über Staatsangehörigkeits- und Handelsfragen als Bevollmächtigter beteiligt.
1919 übernahm L. als Nachfolger Victor v. Podbielskis den Vorsitz im Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen (DRA). Gemeinsam mit Carl Diem wurde er zur treibenden Kraft des „bürgerlichen“ Sports in der Weimarer Republik. L. forderte: 1. Erlaß eines Reichsspielplatzgesetzes; 2. Erlaß eines Turn- und Sportpflichtgesetzes bis zur Volljährigkeit als Ausgleich für die fortgefallene Wehrpflicht; 3. Einführung der täglichen Sportstunde in Volksschule und Gymnasium; 4. Einführung des obligatorischen Sportunterrichts in den Fortbildungsschulen (Berufsschulen); 5. Finanzielle Unterstützung der Turnvereine und Sportvereine; 6. Errichtung von Ämtern für Leibesübungen auf allen Verwaltungsebenen. Dieses Programm wurde richtungweisend für die weitere deutsche Sportpolitik. Mit Diem betrieb L. 1921 die Gründung der Deutschen Hochschule für Leibesübungen in Berlin. Er bekleidete zahlreiche Ehrenämter, die ihm weitreichende Einflußmöglichkeiten eröffneten. 1924 wurde er in das Internationale Olympische Komitee (IOC) berufen, wo er sich seit 1927 als Mitglied des Exekutivausschusses um eine Vergabe der Olympischen Spiele nach Deutschland bemühte; 1930 stellte er bei einer IOC-Sitzung in Berlin offiziell den Antrag für die Reichshauptstadt, dem 1931 in Barcelona mit klarer Mehrheit zugestimmt wurde. L. wurde Präsident des 1933 gegründeten Organisationskomitees (OK) für die Olympischen Sommerspiele. Bald darauf aber kam es auf Betreiben der Nationalsozialisten zur Auflösung des DRA. Als Präsident des OK verbürgte sich L. gegenüber dem IOC für eine regelgetreue Durchführung der Olympischen Spiele in Berlin, obwohl er, selbst Halbjude, sehen mußte, wie die deutschen Juden von den Spielen ausgeschlossen wurden. Als der drohende amerikanische Boykott dank der Initiative L.s und Avery Brundages, des Präsidenten des amerikan. Olympischen Komitees, ausblieb, erlebte L. anläßlich der Olympischen Sommerspiele 1936 den Höhepunkt seiner Laufbahn als Sportführer, wurde aber bald darauf von →Hitler gedrängt, sich aus dem IOC zurückzuziehen. Sein Nachfolger wurde 1937 General Walther v. Reichenau.|
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Auszeichnungen
Dr. iur h. c. (Bonn 1924);
WGR. -
Literatur
Rhdb. (P).
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Autor/in
Horst Ueberhorst -
Zitierweise
Ueberhorst, Horst, "Lewald, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 410-411 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118572415.html#ndbcontent