Huber, Franz Xaver
- Lebensdaten
- 1755 – 1814
- Geburtsort
- Beneschau (Böhmen)
- Sterbeort
- Mainz
- Beruf/Funktion
- Tagesschriftsteller ; Bühnendichter ; Satiriker ; Schriftsteller ; Librettist ; Journalist
- Konfession
- katholisch
- Normdaten
- GND: 104137746 | OGND | VIAF: 60792397
- Namensvarianten
-
- Huber, Franz Xaver
- Elisäus
- F. X. H.
- Huber, Franz
- Murner, Christian Lebrecht
- Schlendrian
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Huber, Franz Xaver
Tagesschriftsteller, Bühnendichter und Satiriker, * 10.10.1755 Beneschau (Böhmen), † 25.7.1814 Mainz. (katholisch)
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Genealogie
V Joh. Paul, Feldscher im k. k. Rgt. Hildburghausen;
M Maria Anna Pfister, aus Wien;
⚭ Wien 1797 →Walburga (1769–1835), Pianistin, T d. →Ignaz Willmann (1739–1815), Kapellmeister; Schwägerinnen →Magdalena Willmann (1771–1801, ⚭ 1796 A. Galvani), Sängerin, v. Beethoven verehrt, →Caroline (1796–1860), Sängerin (f. alle Willmann s. MGG 14). -
Biographie
H. lebte zuerst in Prag, seit 1781 in Wien; seine Bedeutung liegt auf dem Gebiete des Journalismus, für den er in Österreich in seinen Zeitungsunternehmungen „Religion und Priester“ 1782-84, „Wiener Chronik“ 1785, „Pfeffer und Salz“ 1786, „Auszug aller europäisch Zeitungen“ 1786-98, „Das politische Sieb“ 1792, bahnbrechend wirkte und in dem er als ausgesprochener Kampfgeist den Liberalismus der Aufklärungsideen entschieden zum Ausdruck brachte. Mit dem vehementen Angriff auf das Haus Habsburg im Verein mit dem Bayern Ch. Freiherr von Aretin in „Der Morgenbothe“ (1809) nahm er Partei für Frankreich und →Napoleon und war gezwungen, nach Bayern zu flüchten. Als Bühnenschriftsteller genügte er dem Tagesbedarf. In seinen Romanen erwies er sich, meist anonym, als Satiriker an Zeitgeschehnissen, scharf war seine Kritik an der Gesetzgebung. Aufschlußreich für die politischen Zustände Österreichs ist sein „Beitrag zur Charakteristik und Regierungsgeschichte der Kaiser Joseph II., Leopold II., Franz II.“ (1797). Durch seine Heirat mit der Schwester der von Beethoven verehrten Sängerin Magdalena Willmann kam er diesem nahe und schrieb für ihn das Oratorium „Christus am Ölberg“ (1803).
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Werke
Weitere W u. a. Briefe aus Rom üb. d. Aufklärung in Österreich v. Zackaria, 1785;
Der Eselritt nach Holland, 1785;
Der blaue Esel, 1786;
Der|Schlendrian, oder d. Richter nach d. neuen Gesetzen, 1787;
Lebensbeschreibung d. Jodocus Rusch, Philosophiae Candidatus, 1788;
Sonnenklarer Kommentar d. sonnenklarsten Buchstabens d. neuen Gesetze v. Herrn Schlendrian, 1788;
Franklins freier Wille, 1789;
Sarkusa, od. d. Land d. Freiheit, 1791;
- Bühnenwerke: Julchen, od. liebe Mädchen spiegelt euch, 1793 (u. a., meist nach d. Franz.);
- Operntexte: Das unterbrochene Opferfest (f. P. Winter), 1796;
Solimann II., od. d. drei Sultaninnen (f. Süßmayer), 1867. -
Literatur
G. Gugitz, Ein Deutschböhme als literar. Parteigänger d. Franzosen i. J. 1809, in Dt. Arb. 8, 1909;
Über Wiens Autoren, 1785, S. 48 ff.;
Briefe üb. d. gegenwärtigen Zustand d. Lit. in Österreich, 1788, S. 63 ff., 91, 118 ff.;
An u. üb. Hoffmann, Alxinger u. H., 1792;
Goedeke IV, S. 228, V, S. 338;
Giebisch-Gugitz. -
Autor/in
Gustav Gugitz -
Zitierweise
Gugitz, Gustav, "Huber, Franz Xaver" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 692-693 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104137746.html#ndbcontent