Gura, Eugen
- Lebensdaten
- 1842 – 1906
- Geburtsort
- Pressern bei Saaz (Böhmen)
- Sterbeort
- Aufkirchen am Starnberger See (Oberbayern)
- Beruf/Funktion
- Sänger ; Opernsänger ; Sänger ; Bassbariton <Sänger> ; Gesangslehrer
- Konfession
- keine Angabe
- Normdaten
- GND: 116930454 | OGND | VIAF: 315524525
- Namensvarianten
-
- Gura, Eugen
- Gura, Eugen, d.Ä.
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Gura, Eugen
Sänger, * 8.11.1842 Pressern bei Saaz (Böhmen), † 26.8.1906 Aufkirchen am Starnberger See (Oberbayern).
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Genealogie
V Franz Jos. († 1874?), Volksschullehrer;
M N. N., T d. Landwirts Jos. Engst;
⚭ Breslau 1868 Therese Windstoßer (1843–1905);
2 S →Eugen (1869–1944), Schauspieler (s. Kosch, Theater-Lex.), →Hermann (1870–1940), Sänger (Bariton), Gesangslehrer, Opernleiter (1911/12 Kom. Oper Berlin, 1920-27 Finn. Oper Helsinki) (ebd.; Riemann); Schwieger-T (Ehefrauen d. Hermann) →Alexandra Mitschinér (1869–1909), Sängerin (s. BJ XIV, Tl. 1909, L; Kosch, Theater-Lex.), Annie Hummel (* 1884), Sängerin. -
Biographie
Die ersten Schul- und Musikkenntnisse erwarb G. bei seinem Vater. Auf dessen, Wunsch besuchte er nach den höheren Lehranstalten in Komotau und Rakonitz das Polytechnikum in Wien, seit 1862 mit väterlichem Einverständnis die Münchner Akademie der bildenden Künste, um Maler zu werden. Bei einem festlichen Anlaß wurde man auf seine Stimme aufmerksam. Er ließ sie sorgfältig prüfen und dann am Münchner Konservatorium ausbilden, ohne den Akademiebesuch zu vernachlässigen. Schon nach 2 Ausbildungsjahren wurde er 1865 an das dortige Hoftheater verpflichtet, löste aber 1867 wegen ungenügender Beschäftigung vorzeitig den Vertrag, um für 3 Jahre nach Breslau, anschließend nach Leipzig zu gehen, wo er zwischen 1870 und 1876 auf der Bühne und als Lieder- und Oratoriensänger in den Gewandhauskonzerten seinen Ruhm begründete. Auf Richard Wagners Wunsch sang er 1876 und dann wiederholt bis 1892 bei den Bayreuther Festspielen. 1876-82 war er in Hamburg engagiert, folgte dem Gastspielunternehmen von Hans Richter nach London und kehrte 1883 an das Münchner Hoftheater zurück. Hier nahm er 1896 von der Bühne Abschied und betrat, außer 1901 bei der Eröffnung des Prinzregenten-Theaters als Hans Sachs, nur noch als Lieder- und Balladensänger das Konzertpodium, seit 1902 auch dieses nicht mehr. Durch seine weiche, biegsame Stimme von ungewöhnlichem Tonumfang (Bariton), seine kultivierte Gesangskunst und geistige Gestaltungskraft gehörte G. nicht nur zu den gefeiertsten Wagner-Sängern, sondern beherrschte auch das übrige klassische und neue Opernrepertoire ebenso wie den Liedvortrag, insbesondere Loewes Balladen und Schuberts Liederzyklen.
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Rollen
Rollen u. a. Gf. Almaviva, Hans Heiling, Rigoletto, Wotan, Hans Sachs, Wolfram, Kg. Marke, Fliegender Holländer, Telramund, Abu Hassan.
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Werke
Erinnerungen aus m. Leben, 1905 (P).
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Literatur
F. Pfohl, Bayreuther Fanfaren, o. J. (P);
Neuer Theater-Alm. 18, 1907 (P);
S. v. Hausegger, E. G. u. s. Erinnerungen, in: Süddt. Mhh. 3, 1906;
A. Braun, E. G., in: Ill. Ztg. Nr. 3297, 1906 (P);
K. Stradal, Erinnerungen an E. G., in: Rhein. Mus. Theater Ztg. 7, 1906;
H. v. Wolzogen, E. G., in: Bayreuther Bll., 1906;
M. Steinitzer, Meister d. Gesangs, 1920;
Eisenberg;
Kosch, Theater-Lex.;
BJ XI, (Tl. 1906, L);
J. Lansky, in: MGG V, Sp. 1126 (L);
Riemann. -
Porträts
Stahlstich v. A. Weger;
Rollen- u. Privatphot. (Köln, Inst. f. Theaterwiss.). -
Autor/in
Günther Hansen -
Zitierweise
Hansen, Günther, "Gura, Eugen" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 326 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116930454.html#ndbcontent