Furtwängler, Philipp
- Lebensdaten
- 1869 – 1940
- Geburtsort
- Elze (Hannover)
- Sterbeort
- Wien
- Beruf/Funktion
- Mathematiker ; Hochschullehrer
- Konfession
- evangelisch
- Normdaten
- GND: 116878177 | OGND | VIAF: 66611341
- Namensvarianten
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- Furtwängler, Friedrich Pius Philipp
- Furtwängler, Philipp
- Furtwängler, Friedrich Pius Philipp
- Furtwängler, Philipp
- Furtwängler, Friedrich Pius
- Furtwängler, Friedrich Pius Philipp
- Furtwängler, Ph.
- Furtwängler, Philipp F.
- Furtwängler, Philipp Friedrich
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Furtwängler, Friedrich Pius Philipp
Mathematiker, * 21.4.1869 Elze (Hannover), † 19.5.1940 Wien. (evangelisch)
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Genealogie
V →Wilh. (1829–83), Orgelbauer, S d. Phil. (s. Einl.);
M Mathilde (* 1843), T d. Ackermanns Frdr. Sander in Klein-Freden: Groß-Ov Wilh. (s. Gen. 1);
⚭ 1) 1903 Ella Buchwald, 2) 1929 Emilie Schön;
1 T aus 1). -
Biographie
F. studierte 1889-94 Mathematik und Physik in Göttingen, wo ihn →Felix Klein zu einer Dissertation aus der Zahlentheorie anregte. Er war Assistent für Physik und Geodäsie, hat sich niemals habilitiert, sondern wurde gleich Professor der Mathematik, zunächst an der landwirtschaftlichen Akademie in Bonn-Poppelsdorf und an der TH Aachen, 1912 Ordinarius in Wien. – In seinen zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten, die größtenteils der Zahlentheorie und Algebra angehören, befaßte sich F. vor allem mit der Existenz der Klassenkörper und mit Reziprozitätsgesetzen in beliebigen algebraischen Zahlkörpern. Die berühmteste Leistung wurde der Beweis des Hauptidealsatzes (Abhandlungen aus dem Mathematischen Seminar der Hamburgischen Universität 7, 1929, S. 14-36). Bedeutsam sind auch F.s Beiträge zum großen Fermatschen Satz. Ihm verdankt man die Erkenntnis, daß die Körperdiskriminanten bei dem Problem der Approximation von Irrationalzahlen eine wesentliche Rolle spielen. Unter Anleitung des ausgezeichneten Lehrers, der trotz seines schweren, Jahrzehnte dauernden Leidens unermüdlich wirkte, entstanden 60 Dissertationen.
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Auszeichnungen
Mitgl. mehrerer wiss. Akademien;
Ernst-Abbe-Gedächtnismedaille. -
Werke
Weitere W u. a. Die Mechanik d. einfachsten physikal. Apparate u. Versuchsanordnungen, in: Enz. d. Math. Wiss. IV, 7, 1904, S. 1-61;
Kartographie (mit R. Bourgeois), ebd. VI, 1, 4, 1909, S. 245-96;
Allg. Theorie d. algebra. Zahlen, ebd., ²I, 2, 19, 1953, S. 1-50;
Allg. Existenzbeweis f. d. Klassenkörper e. beliebigen algebra. Zahlkörpers, in: Math. Ann. 63, 1906, S. 1-37;
Über d. simultane Approximation v. Irrationalzahlen, ebd. 96, 1926, S. 169-75, u. 99, 1928, S. 71-83;
Letzter Fermatscher Satz u. Eisenstein. Reziprozitätsgesetz, in: SB d. Ak. d. Wiss. Wien 121, 1912, S. 589-92. -
Literatur
N. Hofreiter, in: Mhh. f. Math. u. Physik 49, 1940, S. 219-27 (W);
A. Huber, Jber. d. Dt. Math. Ver. 50, 1940, S. 167-78;
Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien 90, 1940, S. 200-02 (P);
Pogg. V-VII a. -
Porträts
in: R. Meister, Gesch. d. Ak. d. Wiss. in Wien, 1847–1947, 1947.
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Autor/in
Nikolaus Hofreiter -
Zitierweise
Hofreiter, Nikolaus, "Furtwängler, Philipp" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 740 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116878177.html#ndbcontent