Heinrich Reffle von Richtenberg
- Lebensdaten
- um 1415 – 1477
- Geburtsort
- in Schwaben
- Sterbeort
- Königsberg/Preußen
- Beruf/Funktion
- Hochmeister des Deutschen Ordens ; Ritter <Orden> ; Generaloberer
- Konfession
- katholisch
- Normdaten
- GND: 137407025 | OGND | VIAF: 81602592
- Namensvarianten
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- Heinrich
- Heinrich Reffle
- Heinrich Reffle von Richtenberg
- Heinrich
- Heinrich Reffle
- Heinrich, Reffle von Richtenberg
- Heinrich, Reffle
- Heinrich, Reffle von Richtenberg, Deutscher Orden, Hochmeister
- Reffle von Richtenberg, Heinrich
- Heinrich, Reffle von Richtenberg, Deutscher Orden, Hochmeisther
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Heinrich Reffle von Richtenberg
Hochmeister des Deutschen Ordens, * um 1415 in Schwaben, † 20.2.1477 Königsberg/Preußen, ⚰ Königsberg/Preußen, Dom.
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Genealogie
Das Geschlecht, insbes. d. Zweig d. Röffelin (Reiflein), saß auf d. untergegangenen Burg Richtenberg am Grafenbühl, einem östl. Ausläufer d. Asperg.
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Biographie
H. ist 1447 als unterer, 1450 als oberer Kumpan des Hochmeisters nachzuweisen. Wohl seit 1453 ist er Fischmeister in Putzig. Nach dem 2. Thorner Frieden wurde er Großkomtur (1467–70) und am 20.9.1470 Hochmeister. Als schlichter, pflichtgetreuer Charakter bemühte er sich um die Erhaltung des Friedens, den Wiederaufbau des Ordensstaates und die Befriedigung der Geldforderungen der Söldnerhauptleute aus dem großen Kriege, vielfach durch Überlassung von Großgrundbesitz. Im Ermländischen Bischofsstreit unterstützte er den kanonisch gewählten Bischof Nikolaus von Tüngen gegen die Kandidaten des Königs von Polen und unterstellte sich 1477 der Schirmherrschaft des Königs Matthias Corvinus von Ungarn. Bischof Dietrich von Samland, früheren Ordensprokurator in Rom, einen weltlich gesinnten Renaissanceprälaten, der den Orden durch Zurückhaltung der Akzise und Ablaßhandel finanziell aufs schwerste schädigte, ließ H. gefangensetzen. Da der Bischof aus ungeklärter Ursache im Gefängnis starb, erhoben sich Vorwürfe gegen H.; doch standen Orden und Land ganz auf seiner Seite.
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Literatur
J. Voigt, Gesch. Preußens IX, 1839, S. 29-100;
M. Toeppen, Acten d. Ständetage Preußens V, 1886;
F. Thunert, Acten d. Ständetage I, 1896;
Altpreuß. Biogr., S. 555 f. -
Literatur
zu allen Hochmeistern: Scriptores rerum Prussicarum, 5 Bde., 1861-74;
J. Voigt, Namen-Cod. d. Dt.ordensbeamten, 1843;
O. Schreiber, Personal- u. Amtsdaten d. Hochmeister, in: Oberländ. Gesch.bll. 15, 1913;
E. v. d. Oelsnitz, Herkunft u. Wappen d. Hochmeister d. Dt. Ordens, 1926;
Ch. Krollmann, Pol. Gesch. d. Dt. Ordens, 1932;
M. Tumler, Der Dt. Orden, 1955;
E. Weise, Staatsverträge d. Dt. Ordens in Preußen, 3 Bde. 1939–66. -
Autor/in
Erich Weise -
Zitierweise
Weise, Erich, "Heinrich Reffle von Richtenberg" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 380 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137407025.html#ndbcontent