Leo, Ulrich
- Dates of Life
- 1890 – 1964
- Place of birth
- Göttingen
- Place of death
- Toronto (Kanada)
- Occupation
- Romanist ; Bibliotheksrat ; Professor für italienische und spanische Sprache in Toronto ; Philologe
- Religious Denomination
- evangelisch
- Authority Data
- GND: 120806606 | OGND | VIAF: 29550983
- Alternate Names
-
- Leo, Ulrich
Linked Services
- * Antragsstellende der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft/Deutschen Forschungsgemeinschaft (GEPRIS Historisch – Forschungsförderung von 1920 bis 1945) [2021]
- Verfolgung und Auswanderung deutschsprachiger Sprachforscher 1933-1945 [2010]
- * Hessische Biografie [2004-]
- * Neue Deutsche Biographie (NDB) [1985] Autor/in: Elwert, W. Theodor (1985)
- Katalog des Bibliotheksverbundes Bayern (BVB)
- Deutsche Digitale Bibliothek
- Normdateneintrag des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB)
- Österreichischer Bibliothekenverbund (OBV)
- Gemeinsamer Verbundkatalog (GBV)
- * Literaturnachweis in der Neuen Deutschen Biographie (NDB)
- * Werknachweis in der Neuen Deutschen Biographie (NDB)
- * Regesta Imperii
Relations
Genealogical Section (NDB)
Life description (NDB)
Places
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Leo, Ulrich
Romanist, * 28.5.1890 Göttingen, † 4.7.1964 Toronto (Kanada). (evangelisch)
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Genealogy
V →Friedrich (s. 1);
- ⚭ um 1924 Helene (* 1895), T d. Rittergutspächters Wilhelm Vageler in Mekken Kr. Preuß. Holland u. d. Marie Helene Falkner;
1 S. -
Biography
L. studierte seit 1908 in Göttingen, Berlin und München klassische Philologie, Philosophie und Romanistik, u. a. bei →A. Hilka und →Karl Vossler. 1914 wurde er in Göttingen bei →Hilka über „Die erste Branche des Roman de Renart nach Stil, Aufbau, Quelle und Einfluß“ (1918) promoviert. 1914-17 nahm er am 1. Weltkrieg teil, 1917-18 war er Mitarbeiter am Thesaurus Linguae Latinae. Er habilitierte sich in München mit der Arbeit „Studien zu Rutebeuf, Entwicklungsgeschichte und Form des Renart le Bestourné und die ethisch-politischen Dichtungen Rutebeufs“ (1922). Daraufhin wandte er sich der Bibliothekarslaufbahn in Marburg, Greifswald und Frankfurt zu und wurde 1931 Dozent für roman. Philologie an der Univ. Frankfurt. 1936 aus politischen Gründen entlassen, wurde er 1938 nach Caracas (Venezuela) berufen, um die Bibliothek des Departimento de Estado zu organisieren; er gründete dort ein historisches Bulletin, war Mitherausgeber der literarischen Zeitschrift „Viernes“ und Gründer der Zeitschrift „Responsabilidad pública“. 1945 ging er als Professor an das William Penn College in Iowa (USA), von dort 1945 an das Department of Italian and Hispanic Studies der Univ. Toronto. Vorher hatte ihn die Univ. Frankfurt rehabilitiert und zum em. o. Professor ernannt.
Von der positivistischen Schule der Textedition und der vornehmlichen Betrachtung altfranz. Texte herkommend, wurde L. doch bald von der neueren ästhetischen Betrachtungsweise Vosslers (und durch Vossler von Benedetto Croces Ästhetik) und Leo Spitzers stark beeindruckt. Schon in seinen früheren Arbeiten war er bestrebt, die äußere Form als Korrelat und Ergebnis der jeweiligen inneren zu betrachten. Sein Bemühen ging vor allem darum, die Individualität eines Schriftstellers und seines Werkes zu verstehen, ja die Einheit von Werk und Persönlichkeit nachzuweisen (bei →Dante und Tasso). Seine beschreibende, stilistische Eigenheiten des Werkes immanent erklärende Methode führte ihn zur Bevorzugung der Monographie; übergreifende Stilanalyse streifte er nur einmal in seinem Versuch, Tassos Stil zeitgeschichtlich in die Entwicklung des barocken Stils einzuordnen. Seine Grundsätze der literarischen Forschung faßte er zusammen in dem Aufsatz „Stilforschung und dichterische Einheit“ (1966). Von der altfranz. Literatur ausgehend, wandte er sich in seinen späteren Arbeiten zunächst der ital. Literatur zu, danach der span. und hispano-amerikan. Literatur.
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Works
Weitere W u. a. Fogazzaros Stil u. d. Symbolist. Lebensroman, Stud. z. Kunstform d. Romans, 1928;
Torquato Tasso, Stud. z. Vorgesch. d. Secentismo, 1951;
Rómulo Gallegos, Estudio sobre el arte de novelar, 1954;
Sehen u. Wirklichkeit bei →Dante, mit e. Nachtrag üb. d. Problem, d. Lit.gesch., 1957;
Zur dichter. Originalität d. Arcipreste de Hita, 1958;
Interpretaciones hispanoamericanas: ensayos de teoría y práctica estilísticas, 1939-58. -
Literature
Italica 37, 1960, S. 83-85;
H. Hatzfeld, in: Yearbook of Comparative and General Literature 9, 1960, S. 70-73;
ders., in: Dt. →Dante-Jb. 43, 1965, S. 212-14;
K. L. Levy, in: Hispanic Review 33, 1965, S. 63-65;
G. Stagg, in: U. L., Romanist. Aufsätze aus drei J.zehnten, hrsg. v. F. Schalk, 1966;
F. Schalk, ebd., S. XII ff. (W-Verz.). -
Author
W. Theodor Elwert -
Citation
Elwert, W. Theodor, "Leo, Ulrich" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 242-243 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120806606.html#ndbcontent