Grefinger, Wolfgang
- Lebensdaten
- Ende 15. Jahrhundert , erwähnt 1515 – 1515
- Geburtsort
- Krems an der Donau
- Beruf/Funktion
- Komponist ; Organist ; Priester
- Konfession
- katholisch
- Normdaten
- GND: 119691078 | OGND | VIAF: 42973216
- Namensvarianten
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- Grefinger, Johann Wolfgang
- Gräfinger, Johann Wolfgang
- Grefinger, Wolfgang
- Grefinger, Johann Wolfgang
- Gräfinger, Johann Wolfgang
- Gräfinger, Wolfgang
- Greffinger, Wolfgang
- Grefinger, Wolf
- Grefinger, Wolph
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Grefinger, Wolfgang
Komponist, * wohl im letzten Viertel des 15. Jahrhundert, † nach 1515.
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Biographie
G.s Herkunft und erste Lebensjahrzehnte liegen im Dunkel. Er war vielleicht um 1494 Orgelschüler von →Paul Hofhaimer in Innsbruck und wirkte mindestens seit 1505 als Priester und Organist an Sankt Stephan zu Wien, wo unter anderem Othmar Luscinius sein Schüler war. 1509 wurde er als Angehöriger der rheinischen Nation an der Universität Wien immatrikuliert. G.s weiteren Aufenthalt daselbst bezeugen seine Tätigkeit als musikalischer Redaktor des bei Winterburger gedruckten Psalterium pataviense (1512) sowie Briefe von Franciscus Rupilius (28.4.1514), Stephan Leobach (15.1.1515) und Paul Hofhaimer (6.11.1515) an Vadian. Nachrichten von 1525 über einen am Hofe Ludwigs II. Jagello tätigen „Magister Wolffgangus“ sind wohl kaum auf G. zu beziehen. Als Komponist wohl nur zum geringen Teil erhalten gebliebener mehrstimmiger deutscher Lieder bildet er neben Heinrich Finck und Thomas Stoltzer das wichtigste Verbindungsglied zwischen den älteren (vor allem →Erasmus Lapicida) und jüngeren Meistern (Stephan Mahu, Arnold von Bruck) des Gesellschaftsliedes. Seine vielleicht von C. Celtis angeregten Odensätze sind die erstbekannten mehrstimmigen Vertonungen von Hymnen des Aurelius Prudentius.
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Werke
Aurelii Prudentii Cathemerinon: hoc est Diurnarium rerum opus varium… Cujus singulis Odis singulas harmonias quatuor vocum… Hieronymus Vietor adjecit: componente aliquando eas Domino Wolfgango Graefinger, Wien 1515;
5 lat. Motetten sowie 6 echte u. 2 zweifelhafte Liedsätze in Hss. u. Drucken d. Zeit, s. MGG. -
Literatur
ADB IX;
E. Arbenz, Die vadian. Briefslg. d. Stadtbibl. St. Gallen, in: Mitt. z. vaterländ. Gesch. 24, 1891, S. 120, 135, 143 f.;
O. Gombosi, Zur Biogr. W. G.s., in: Acta musicologica 9, 1937, S. 54;
L. Nowak, Das dt. Gesellschaftslied in Österreich v. 1480 b. 1550, in: Stud. z. Musikwiss. 17, 1930, S. 21 ff.;
G. Pietzsch, Zur Pflege d. Musik an d. dt. Universitäten im Osten bis z. Mitte d. 16. Jh., in: Archiv f. Musikforschung 1, 1936, S. 285 f., 289;
O. Wessely, in: MGG V, Sp. 764-69 (W, L);
Riemann. -
Autor/in
Othmar Wessely -
Zitierweise
Wessely, Othmar, "Grefinger, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 19 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119691078.html#ndbcontent
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Grefinger, Johann Wolfgang
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Biographie
Grefinger: Johann Wolfgang G. oder Gräfinger, geb. in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunders in Ungarn, war Priester und Schüler Paul Hoffheimer's. Einige deutsche und lateinische vier- und fünfstimmige Gesänge von der Composition dieses Meisters befinden sich in verschiedenen berühmten Sammelwerken des 16. Jahrhunderts (vgl. Eitner, Bibliographie). G. war außerdem Mitherausgeber eines selten gewordenen liturgischen Werkes (Psalterium), welches 1512 in Wien erschien und dessen Titel A. Schmid in seinem trefflichen Buche Ottaviano dei Petrucci (Wien 1845) S. 207, mittheilt. Einige vierstimmige Gesänge des Meisters finden sich in einer Sammlung, welche lauter Compositionen der Hymnen des Aurelius Prudentius enthält und 1515 in Wien erschien (siehe Schmid a. a. O. S. 210). Der Meister wird darin Wolfgango Grefinger Pannone genannt.
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Autor/in
Fürstenau. -
Zitierweise
Fürstenau, Moritz, "Grefinger, Wolfgang" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 624-625 unter Grefinger, Johann Wolfgang [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119691078.html#adbcontent