Kolowrat-Krakowský, Alexander Graf von
- Lebensdaten
- 1886 – 1927
- Geburtsort
- New York
- Sterbeort
- Wien
- Beruf/Funktion
- Automobilindustrieller ; Filmpionier ; Regisseur ; Filmproduzent
- Konfession
- katholisch
- Normdaten
- GND: 119159295 | OGND | VIAF: 37720447
- Namensvarianten
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- Kolowrat-Krakowský, Alexander Josef Graf von
- Kolowrat-Krakowský, Alexander Graf von
- Kolowrat-Krakowský, Alexander Josef Graf von
- Kolowrat-Krakowsky, Alexander Joseph von
- Kolowrat, Alexander
- Kolowrat, Alexander Joseph
- Kolowrat, Sascha
- Kolowrat, Sasha
- Kolowrat-Krakowsky, Alexander von
- Kolowrat-Krakowsky, Sascha
- Kolowrat-Krakowsky, Sascha Joseph
- Kolowrat-Krakowský, Alexander Joseph
- Kolowrat-Krakowský, Saša
- Colowrat-Krakowský, Alexander Graf von
- Colowrat-Krakowský, Alexander Josef Graf von
- Colowrat-Krakowsky, Alexander Joseph von
- Colowrat, Alexander
- Kolowrat, Alexander Josef
- Colowrat, Sascha
- Colowrat, Sasha
- Colowrat-Krakowsky, Alexander von
- Colowrat-Krakowsky, Sascha
- Kolowrat-Krakowsky, Sascha Josef
- Kolowrat-Krakowský, Alexander Josef
- Colowrat-Krakowský, Saša
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Kolowrat, Alexander Graf von K.-Krakowský
Automobilindustrieller, Filmpionier, * 29.1.1886 New York, † 4.12.1927 Wien. (katholisch)
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Genealogie
V Leopold (1852–1910), Fideikommißherr auf Teinitzl b. Klattau u. Gr.-Maierhöfen, Reichsrat, S d. k. k. FML →Leopold (1804–63, s. ÖBL) u. d. Schauspielerin →Natalie Blaszezynska (1828–61, s. ÖBL);
M Nadine (* 1858), T d. Joseph Frhr. v. Huppmann-Valbella u. d. Katharina Seemann;
⚭ Wien 1923 Sonja (1900–38), T d. russ. Gen. Nikolaj Andrejewitsch Fürst Trubetzkoy u. d. Isolina Moreno; kinderlos. -
Biographie
K. besuchte die Gymnasien in Mies, Kalksburg und das Theresianum in Wien. Angeregt durch seinen Vater, der als Mitgründer des Österreichischen Automobil-Clubs 1898 das erste private Elektromobil Wiens fuhr, und durch dessen Beziehungen zur ersten böhmischen Automobil-Fabrik Laurin & Klement in Jungbunzlau, begann sich K. im Motorsport zu betätigen. Im Semmering-Rennen 1905 fuhr er die schnellste Zeit der Motorräder. 1908 startete er zusammen mit →Eduard Kargl (1876–1964) in der 1. Prinz-Heinrich-Fahrt. 1910 bestand er als 14. Österreicher das Piloten-Examen und stieg mit Constantin Freiherr von Economo und →Adolf Warchalowsky (1886–1928) zu den ersten österreichischen Ballonfahrten auf. Als sein Vater 1910 starb, wurde K. Fideikommiß-Besitzer und Erbe einer Beteiligung an Laurin & Klement. Seinen Automobil-Erfolgen in Osteuropa und Rußland verdankte das Unternehmen einen besonders starken Export dorthin. Er erreichte zwischen 1911 und 1913 35 % der gesamten Pkw-Produktion. Die Firma lieferte unter anderem 200 Autodroschken nach Sankt Petersburg und die Fahrzeuge für die ersten russischen Omnibuslinien. Die Automobilfabrik florierte so gut, daß ihr K. als Aufsichtsratsmitglied 1913 die „Reichenberger Automobilfabrik GmbH“ eingliedern konnte. Unter seiner Mitwirkung erfolgte 1925 der Verkauf von Laurin & Klement an die Skoda-Werke.
Bekannter noch wurde K. als Filmpionier. Angeregt durch eine Begegnung mit dem Pariser Filmindustriellen Charles Pathé, gründete er 1910 in Pfraumberg (Böhmen) die „Sascha Filmfabrik“, die er 1914 nach Wien verlegte. Unter seiner Produktionsleitung stellte sie Dokumentär-, Sport-, Natur- und Spielfilme her. Damit wurde K. zum Begründer der österreichischen Filmindustrie. Im 1. Weltkrieg zuerst im Automobilkorps dienend, kam er 1915 in das Pressequartier, um die Wochenschauen von den Kriegsschauplätzen herzustellen. 1916 gründete er mit dem deutschen Filmpionier O. Meßter die „Sascha-Meßter-Filmfabrik“. 1918 wandelte er seine Filmfabrik in eine AG um, deren Präsident er bis zu seinem Tode blieb. An bedeutenden Künstlern beschäftigte er Max Pallenberg, Alexander Girardi, Fritz Kortner, Willi Forst und Marlene Dietrich, als Regisseure Alexander Korda, M. Kertecz und Gustav Ucicky. Seine Gesellschaft ging 1938 in der Wien-Film auf.
Auch auf dem Automobilgebiet wirkte K. nach dem 1. Weltkrieg noch fruchtbar. Er brachte seinem Freund Ferdinand Porsche, der damals noch Direktor bei Austro-Daimler war, den Gedanken eines leichten, kleinen „Volkswagens“ nahe. Porsche konstruierte ihn mit 1,1 l-Vierzylindermotor unter dem Namen „Sascha“. 1922 baute Austro-Daimler vier Stück davon und setzte sie als Sport- und Rennwagen ein. K. selbst fuhr ihn in Bergrennen. In Serie gebaut wurde der „Sascha“ nicht, weil hierfür die Mittel fehlten. Doch wurde er für Porsche Ausgangspunkt von Konstruktionen, die weltberühmt wurden.
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Literatur
Braunbeck's Sportlex. 1911 u. 1912;
Allg. Automobil-Ztg., Wien, 1927, Nr. 24, S. 54 (P);
A. Neubauer u. H. T. Rowe, Männer, Frauen u. Motoren, 1970, S. 21-27, 33-51;
Motor-Revue 1973, Nr. 87, S. 60-69 (P);
auto motor u. sport 1975, H. 16, S. 22, u. 20, S. 22;
W. Herle, in: 30 J. Sascha-Film, 1948;
Gesch. d. Films in Österreich, 1966;
ÖBL. -
Porträts
in: H. Andica, 50 J. unseres Lebens, 1968.
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Autor/in
Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß -
Zitierweise
Seherr-Thoß, Hans Christoph Graf von, "Kolowrat-Krakowský, Alexander Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1980), S. 474 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119159295.html#ndbcontent